Loras Tagebuch

Krimmler Wasserfälle oder als ich zur Wanderqueen wurde

2 Kommentare

DSCN1828

Krimmler Wasserfälle im wunderschönen Österreich, mindestens 380 Höhenmeter die es zu überwinden gibt.

Wandern gehörte bisher eher nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber anscheinend muss man öfters mal zu seinem Glück gezwungen werden. Glück hatten auch die Krimmler, dass sie an einem so wunderschönen Fleck Erde wohnen dürfen.

Auf 1090 Höhenmetern liegt das Ende der Wasserfälle. Ein leichter Sprühregen legt sich auf meine Haut, Tropfen fallen von meinen Wimpern und ich verstecke meine Kamera unter meiner Regenjacke. Der Anblick der sich mir jedoch bietet ist atemberaubend. Auf einmal habe ich das Gefühl nicht mehr in Österreich zu stehen, sonder in Island, Neuseeland oder Schottland. Alles ist von saftigem grünen Gras bedeckt, das sich sogar über die Steine ausgebreitet hat. Die Luft ist wunderbar frisch und klar. Ich atme dreimal tief ein und fühle mich wie neu geboren. Was für ein Start für eine Wanderung!
Die nächsten 250 Höhenmeter sind steile Serpentinen, auf einem schmalen mit Kieselsteinen bedeckten Pfad, durch den Wald. Für mich als Hauptberuflicher „Couch potato“ wird jeder Schritt zur Motivationsfrage. Aber ich habe mir fest vorgenommen mindestens zur ersten Alm zu kommen, schließlich will ich meinen verdienten Almdudler trinken. Also laufe ich Meter um Meter weiter, vorbei an unzähligen Bäumen, mit grün bedecktem Waldboden und einer Aussichtsplattform nach der anderen. Während ich schon Mühe habe die 250 HM in meinen Turnschuhen zu laufen, werde ich sogar von einer älteren Dame in Ballerinas überholt. Wieder ein Anzeichen meiner Unsportlichkeit, aber auch ein Ansporn weiter zu laufen. Nach gefühlten 23 Kurven und einer Stunde Laufzeit erreichen wir tatsächlich das Gasthaus Schönangerl! Mein Ziel ist geschafft und ich belohne mich mit einem Almdudler.

Nach einer längeren Pause, soll noch der Obere Achenfall in Angriff genommen werden. Am Wanderweg angekommen, stelle ich jedoch nach einigen Metern fest, dass der erste Teil Pipifax im Vergleich war. Der Anstieg ist jetzt noch Steiler und an den Seiten geht es noch viel weiter runter. Nach gut zehn Minuten bin ich so fertig, dass ich erstmal eine Pause einlegen muss. Während ich so auf meiner Bank sitze und die vorbeilaufenden Wanderer betrachte, stäubt meine Ballerinawanderin wieder um die Ecke und überholt mich doch tatsächlich erneut! Das kann ich so nicht auf mir sitzen lassen, mein Ehrgeiz ist geweckt und ich aktivier meine letzten Kraftreserven. Nach guten 30 Minuten Anstieg, habe ich die Ballerinawanderin eingeholt und die obere Plattform erreicht. Von hier aus geht es nur noch relativ eben ins Achental hinein.
Da ich soeben mal 370 HM hinter mich gebracht habe und es sich jetzt erst so anfühlte als hätte ich mich eingelaufen, bin ich einfach weiter gelaufen. Frei nach „Lauf Forest, lauf!“.
Die Umgebung änderte sich rapide. Der schmale Pfad wurde zu einer Art Straße aus Kieselsteinen. Die Serpentinen wurden zu einem geraden Weg, der zwar stetig nach oben ging, jedoch nicht mehr in dem Ausmaß wie zuvor. Der Fluss, aus dem der Wasserfall entspringt, schlängelt sich zu meiner rechten durch Felsen. Auf meinem Weg weiter in Hintertal, hab ich sogar ein Fußbad genommen. Eiskalt, aber gut.

Schließlich kann ich meinen Augen kaum trauen, vor mir liegt ein wunderschönes Tal. Der reisende Fluss zu meiner Rechten hat sich zu einem ruhigen stillen Bächlein entwickelt. Die Landschaft ist flach, eingeschlossen von riesigen Bergkämmen zu beiden Seiten. Vor mir liegen zwei urige Almen, wie aus Heidi geklaut. Davor grasen mehrere Kühe, die ganze Pracht wird durch die unbeschreiblich saftigen und grünen Wiesen ergänzt. Gekrönt wird alles von einer himmlischen Ruhe, die nur vom zarten geläute der Kuhglocken unterbrochen wird. So sieht mein neues persönliches Paradies aus. Hier würde ich am liebsten alt werden. Nachdem ich circa 50 Fotos von dieser wunderschönen Natur gemacht habe, belohne ich mich wieder. Diesmal mit frischer Milch und einem der besten Ausblicke die ich je hatte! Die Belohnung selbst war eigentlich die Schönheit der Landschaft. Genau in diesem Moment, als ich auf der Bank der Alm saß und meine Milch schlürfte, habe ich mich ins Wandern verliebt, dass mir die Schönheit der Natur direkt vor meiner Nase zeigt. Geplättet von der Schönheit und Ruhe mach ich mich wieder an den Abstieg, immerhin war ich gute drei Stunden unterwegs und langsam wird es Abend.

Zwar war für mich die Wanderung relativ anstrengend, jedoch für meine Eltern und meinen Bruder leicht zu bewältigen. Falls ihr also mal in der Nähe seid ein unbedingtes MUSS.

Ende des Wasserfalls

Mündung der Wasserfälle

WaldSteiler Wald direkt neben dem Wanderpfad

Oberer WasserfallOberer Wasserfall

Teil der Wege

Hier sieht man die Wege

DSCN1919Das Achental, absolut zauberhaft!

DSCN1927Mein Paradies

Des Wanderers Frust

2 Kommentare

Blasen, Blasen und noch mal Blasen

Jeder kennt sie, meistens tauchen sie auf wenn man sie am wengisten braucht und in der Regel sind sie sehr schmerzhaft.

Wovon ich rede ist klar, Blasen an den Füßen! Dank den letzten wirklich wunderschönen Wanderungen, haben meine Füße zur Zeit drei zu Besuch. Jeweils an den Fersen eine und an meinem linken Zeh hat sich auch eine eingemistet.

Meine Füße schreien also förmlich nach einem Tag Pause, jedoch würde sich ein Tag rumlungern und nichts tun wie die reinste Verschwendung anfühlen. Das Wetter ist zauberhaft und ich habe das Gefühl, jeden Tag auskosten zu müssen!  Schließlich ist der Winter nur noch einen Katzensprung entfernt. Zum Glück gibt es spezielle Blasenpflaster und Birkenstock! So bin ich heute die ersten Kilometer in meinen guten alten Birkenstock gewandert. Als dies nicht mehr möglich war bin ich auf die absolut genialen Blasenpflaster umgestiegen! So habe ich von meinen Blasen gar nichts mehr gespürt und meine Füßchen müssen ja auch nur noch bis Sonntag durchhalten.

Aber sind es diese Fotos nicht wert ? In echt war es übrigens noch mindestens 23 mal beeindruckender!

Wo aus der Kasse plötzlich Kassa wird

2 Kommentare

„250g Champignons,

200ml Wasser,

250ml Obers“

Verwundert schaue ich auf das Rezept und frage mich wieder, was um Himmels Willen denn genau Obers sein soll.

Wir sind doch nur fünf Stunden einmal quer durch Bayer gefahren. Haben die schmalsten Passstraßen passiert und Ängste ausgestanden, weil es neben dem Auto mal locker 150 Meter in die Tiefe ging. Ich war all die Jahre in dem Glauben, Österreicher sprechen Deutsch! Vielmehr sprechen Österreicher eine Art von Deutsch. So haben sie ihren eigenen speziellen Dialekt entwickelt, der für nicht-österreichische Ohren mal ganz schnell wie ein deutsches Kauderwelsch anhört.

Abgesehen davon haben sich hier auch ganz eigene Wörter entwickelt, bestes Beispiel ist der, die oder das „Obers“. Das hat mich während dem Kochen plötzlich vor ein großes Problem gestellt. Da ich leider kein Obers eingekauft hatte! Ist es vielleicht eine Art Weißwein, macht jedenfalls Sinn in einer Champignonsoße. Zum Glück löste mein lieber Bruder meine Problematik, den ich zuvor zum Sahne holen geschickt hatte. Er kam nämlich mit einem Becher „Schlag-Obers“ wieder 😉 Eine Abwandlung der Österreicher ist auch „Kassa“ das hier das deutsche Wort „Kasse“ ersetzt.

Was ich beim Reisen gar nicht mag ist, wenn ich als Tourist entlarvt werde. Ich hab mich sehr über einen Urlaub in Österreich als pseudo-Einwohner gefreut. Leider musste ich schnell feststellen, dass dies hier aufgrund der Sprachunterschiede nicht möglich ist. Sobald ich mit einem Einheimischen unterhalte, entlarvt mich mein deutscher oder vielmehr fränkischer Akzent als Tourist. Das gefällt mir  nicht so – bin ich doch am liebsten unentdeckt unterwegs.